9. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 70

Noch muss ich hier zum Voraus bemerken, was uns ebenfalls vorher schon zu wissen höchst wichtig gewesen wäre, aber erst nachher die Erfahrung uns gelehrt hat, und wovon das Leben des Reisenden abhangen kann; dass nämlich jeder Führer, der seinen Reisenden den Vorschlag machen kann, sie unter gewissen, billigeren Bedingnissen nur bis St. Theodul oder auf die oberste Höhe des Passes zu bringen, schon deswegen zu jener Klasse von Führern gezählt werden darf, die, um der Bequemlichkeit willen, am gleichen Tag wieder nach Hause zurückkehren zu können, das Leben der ihnen sich Anvertrauenden auf die gewissenloseste Art preisgeben. Obschon uns während der ziemlich langen Unterhandlung, der hier zu dingende Führer je länger je zweideutiger vorkam, so blieb uns jetzt doch keine andere Wahl übrig. Das Geforderte wurde ihm auf Wohlverhalten hin zugesagt, und währendem wir für Lebensmittel sorgten, sorgte er für einen Kameraden und die nötigen Seile, ohne welche man auch weniger gefährliche Gletscher niemals passieren sollte. Dann eilten wir, gleich Anfangs in der Dämmerung und später in der Dunkelheit, auf ziemlich rauem Pfad dem Nachtlager zu.
Fortsetzung folgt

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