29. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 89

Den 27. Juli früh um 5 Uhr, traten wir zum zweiten Mal den Weg nach dem Matterhorngletscher an, und zwar mit besseren Aussichten auf einen glücklichen Fortgang, als das erste Mal. Wir stiegen zuerst in der Richtung gegen das Matterhorn nordöstlich über Alpweiden hinan, und kamen in einer Stunde zu den obersten Schafweiden, Plantendre genannt, welche sich bis an kahle Felsentrümmer hinanziehen. Über dieses meist aus Ton- und Hornblendeschiefer bestehende Felsengeröll geht der Weg anderthalb Stunden ziemlich steil hinan, bis zum Anfang des Gletschers, wo links, auf einem aus dem Eis und Schnee vorspringenden Felsen, eine zerfallene, trockene Mauer mit Spuren von Schiessscharten bemerkbar ist. So wie man aber bis dahin mehr nördliche Direktion zu behalten hat, so muss man jetzt, und besonders gegen die Höhe des Passes hin, mehr östliche Direktion annehmen, und auf diese Weise in einem grossen Bogen das Matterhorn umgehen. Vor alten Zeiten soll zwar in gerader Richtung ein kürzerer Pass ganz nahe am Fusse dieses Felskolossen hingeführt haben, der aber durch Felsstürze und Verschlimmerung der umgebenden Gletscher ganz unbrauchbar geworden ist, so dass man jetzt weit mehr östlich, den Umgebungen des Monterosa sich nähern, und auf der Walliser Seite dann nördlich hinabsteigen muss.
Fortsetzung folgt

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