28. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 88

Der alte Mann erzählte uns nebst manch Anderem, dass vor dreissig Jahren einige Reisende auf der Höhe des Gletscherpasses Zelte aufgeschlagen und einige Zeit da gewohnt hätten. Ohne Zweifel war darunter H. von Saussures dreitägiger Aufenthalt 1792 verstanden, als er seine Beobachtungen und Messungen des Matterhorns und der umliegenden Gebirge vornahm.

Der Nachmittag verstrich, ohne dass Sturm und Regen uns auch nur den kleinsten Ausflug in die nächsten Umgebungen zugelassen hätten. Dennoch machten uns die Bewohner der Hütte die Hoffnung, morgen den Gletscher übersteigen zu können, wozu vor dem Schlafengehen alles in Bereitschaft gebracht wurde. Unser Nachtlager bestand aus Heu unter einem kleinen, engen Dachraum über dem Stall, wo wir nur auf dem Bauch hineinkriechen und nicht aufsitzen konnten, ohne den Kopf an die Steine zu stossen, mit denen das Dach bedeckt war. Feurige Blitze, deren Licht durch die zahlreichen Spalten des Daches zu uns eindrang, schreckten uns öfters auf, und der an den hohen Felsen sich brechende Donner verursachte ein ganz eigenes Getöse. Bis früh morgens hielt der Regen an, dann zerteilte sich das Gewölk, und der Führer erfreute uns mit der Mahnung zum Aufbruch, wozu wir geschwind bereit waren.
Fortsetzung folgt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen