23. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 84

Wir folgten also unseren hinterlassenen Spuren im Schnee rückwärts und hatten Ursache, uns glücklich zu preisen, als wir wieder auf festem Felsengrund standen, von wo wir sogleich die Richtung nach dem Tournenchetal einschlugen. Als wir eine Stunde weit auf kahlen, lockeren Felstrümmern steil hinunter gestiegen waren, entliessen wir auf ihr Verlangen unsere beiden unwissenden Führer, die jetzt schon keine Fortsetzung des Weges mehr kannten. In etwelche Verlegenheit aber setzte uns das Verlangen unseres wackeren Trägers aus Saas, der auch den langen, mühsamen Weg der letzten vier Tage bis in seine Heimat zurückkehren und uns also plötzlich verlassen wollte, nur weil er uns von der Möglichkeit sprechen hörte, bei anhaltend schlechtem Wetter vielleicht genötigt zu werden, den grossen Umweg über Aosta und den grossen Bernhardsberg ins Wallis zurückzunehmen. Nach wiederholten Bitten und Vorstellungen liess er sich endlich bereden, uns noch bis Breuil hinunter zu folgen, dessen oberste Hütten wir nach anderthalbstündigem Heruntersteigen ganz durchnässt erreichten, und sogleich das Glück hatten, einen, wie sich nachher zeigte, sehr guten und erfahrenen Führer, Jean Baptiste Menabraye, aufzufinden, in dessen armseliger Hütte sodann das Logis genommen wurde, da er versicherte, uns an dem ersten schönen Tag glücklich über den Gletscher zu führen, den er vor fünf Tagen der Letzte gewesen sei, der ihn passiert, und den Weg mit Zweigen ausgesteckt habe.
Fortsetzung folgt

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