20. September 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 51

Der weite Grund dieses circa 7000 Fuss hohen Gebirgstals ist mit den schönsten, fettesten Weiden bedeckt, und die darin zerstreuten, grossen, gut gemauerten, reinlichen Sennhütten stimmen mit der Umgebung überein. Auch das Vieh ist grösser und schöner, als man es sonst in den piemontesischen Gebirgen anzutreffen pflegt; doch kommt es demjenigen in den besseren Schweizer Alpen lange nicht bei. Auch hier wurde die ganze Alpwirtschaft von Weibern besorgt, wie es grösstenteils in den Alpen von Macugnaga und in denjenigen von Gressoney der Fall ist, wo man in drei bis vier Sennhütten zusammen manchmal nicht einen einzigen Mann findet. Ebenso ist hier, wie in den genannten zwei Alpentälern, die deutsche Sprache zwar höchst verdorben, aber doch noch vorherrschend, obgleich die tiefere Fortsetzung dieser Täler ganz italienisch ist und besonders in den jüngsten Zeiten von Seite der höheren Geistlichkeit alles Mögliche getan wurde, um diesen letzten Überrest deutschen Ursprungs endlich ganz zu ersticken.
Fortsetzung folgt

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