24. August 2016

Der Orient beginnt am Inn



Wir hätten nach unserer Ankunft in Scuol auch das Postauto nehmen können, doch wir zogen es vor, unser Feriendomizil nach über vier Stunden Bahnfahrt zu Fuss zu erreichen. Ach, wie tat das gut, den Rucksack zu schultern, durch den Feiertag bedingt beinahe ausgestorbenen Badeort zu schlendern und einen Hauch von Engadiner Architekturkunst zu schnuppern, um anschliessend durch wilde Magerwiesen dem Paradedorf Sent näher zu kommen. Es war der 1. August und auf dem Dorfplatz stand alles bereit für die Feier. Vor und nach der Bratwurst drehten wir eine Runde im schmucken Dorf. Als Berner wähnt man sich auf eine sonderbar gemütliche Art im Orient. Hier die Fotostrecke mit Bildern aus Scuol und Sent.

Noch ein Wort zum Bild oben: Was aussieht wie drei züchtige Muselmaninnen, stellt in Tat und Wahrheit drei Flammen dar. Im alten Dorfteil von Scuol brannte am 29. April 1995 ein Haus nieder, das 1997 neu aufgebaut wurde. Die Fassaden wurden hierbei durch fünf einheimische Künstler unabhängig voneinander gestaltet. Dieser Ausschnitt, aber auch die vielen Sgrafitti und kunstvoll bemalten Häuser von Scuol und Sent haben mich dazu bewogen, den Anfang des Orients (oder das Ende, je nach Sichtweise) an den Inn zu verlegen.

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