16. November 2015

Saumpfade sind Traumpfade

Wie im Beitrag vom 11.11.2015 erwähnt, hier noch ein kleiner Nachtrag. Es betrifft den Saumweg, der von Betten hinab nach Mörel führt. Wer ihn begeht, fühlt sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Die Trockenmauern zur Rechten und die Stützmauern zur Linken mögen dazu beitragen. An einzelnen Stellen weist der rund 2½ Kilometer lange Abschnitt sogar eine Pflästerung mit grösseren Rundsteinen auf. Die Wegbreite beträgt zum Teil stolze zwei Meter. Was für die ehemals wirtschaftliche Nutzung des Weges zusätzlich spricht, ist das mässige Gefälle. Die Flanken, die er indes quert, sind zum Teil sehr steil, was die Begehung umso attraktiver macht. An zwei Stellen befinden sich Bildstöcke. Als sogenannte Wegbegleiter untermauern sie die ehemalige Bedeutung der Verbindung ins Tal. Durch den Bau der Fahrstrasse von Mörel nach Betten bzw. Goppisberg, wurde der Weg leider auf einer Länge von 360 Metern unterbrochen.

Was erstaunt ist die Tatsache, dass der Saumpfad im Inventar Historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) nicht aufgeführt ist. Ich hege die Vermutung, dass dies hier nicht der einzige Fall einer fehlenden Inventarisierung darstellt. Auf der Dufourkarte von 1854 ist der Weg bereits eingezeichnet. Die Siegfriedkarte von 1882 führt die Verbindung von Betten nach Mörel ebenfalls auf. So oder so: Meine Erfahrung, dass Saumpfade Traumpfade sind, hat sich einmal mehr bewahrheitet, was die Bildstrecke hoffentlich zu bestätigen weiss.

Der Saumpfad Betten–Mörel ist bereits auf der Dufourkarte im Massstab 1:100'000 von 1854 vermerkt.

Auch die 1882 erstmals erschienene Siegfriedkarte im Massstab 1:50'000 zeigt den Saumpfad.

Die Situation auf der aktuellen Landeskarte von swisstopo im Massstab 1:50'000.

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