30. Oktober 2014

Weiht man so einen Bahnhof ein?

Gestern Abend, es herrschte bereits brandschwarze Nacht, stieg ich in Burgistein aus der S-Bahn. Ein Mann kam auf mich zu und streckte mir zwei kleine Päckchen entgegen. Aha, dachte ich, ein hoffnungsvoller Politiker auf Wählerfang. Als ich nachfragte, weshalb er mich beschenke, sagte er, dass heute der neue Bahnhof Burgistein eingeweiht worden sei. Davon hätte ich ja gar nichts gewusst, gab ich dem Kambly-Bretzeli-Verteiler zur Antwort. «Es war eine Feier im bescheidenen Rahmen», liess er mich wissen.

Kambly-Biscuits, mehr nicht, statt Bratwurst, Bier und Bumbum-Tätärää. Seit gestern ist die S-Bahn-Station Burgistein offiziell eingeweiht.


Liebe BLS
Danke für die Bretzeli. Dass Du den für 25 Millionen Franken total erneuerten Bahnhof – auch hierfür besten Dank! – einfach «mit einem symbolischen Akt*», wie Du in der Medienmitteilung schreibst, «eröffnest», finde ich schäbig. Schäbig gegenüber all jenen, die sich während der Bauzeit den Umständen, die ein derartiges Bauvorhaben mit sich bringen, gefügt haben. Aber auch schäbig gegenüber Deinen täglichen Kunden, zu denen ich mich gerne zähle. Immerhin dauerte die Bauzeit 29 Monate und hatte erhebliche Lärm- und Staubimmissionen zur Folge. Besonders stark betroffen waren die unmittelbaren Anwohner. Doch darum geht es mir in erster Linie nicht, sondern vielmehr darum, dass Du eine einmalige Gelegenheit verpasst hast, die Einweihung des Bahnhofs mitsamt Umgebung als publikumswirksame Goodwill-Aktion zu nutzen. Denn wann, wenn nicht zu diesem Zeitpunkt, bietet sich in Burgistein die Gelegenheit, eines der raren Volksfeste steigen zu lassen? Oder holst Du dies noch nach?

*Gemeindepräsident Beat Wyss und Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur und Mitglied der Geschäftsleitung BLS, pflanzten auf dem Vorplatz den letzten von insgesamt vier Bäumen.

PS. Die Bilder zum fertiggestellten Bahnhof folgen demnächst in diesem Blog.

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