3. Januar 2014

Widmers Gang und Widmergang

Auf rekordverdächtige 103 Wanderungen brachte ich es im verflossenen Jahr, dies obschon ich insgesamt dreimal hartnäckig erkältet war und das Bett länger hüten musste, als es den Beinen lieb war. Und weil man nie weiss, wann die Grippehexe wieder zuschlägt, schloss ich mich am Neujahrstag Widmers Fähnlein an. Der Meister-Wanderkolumnist lud zur Strecke Kerzers–Aarberg–Nidau ein. Wir dinierten in der Krone zu Aarberg, wo sich in meinem Rücken nicht nur eine quietschende Modelleisenbahn auf kitschigem Plaste-Diorama unliebsam bemerkbar machte, es zeigte sich auch das alte Krone-Gemäuer – ein Konglomerat aus grob behauenen Brocken unterschiedlicher Beschaffenheit. Glaubt man den Historikern, handelt es sich um die erste Hausmauer des Städtchens. Mit anderen Worten: Die Krone war das erste aus Stein erbaute Haus Aarbergs. 

Nervte am Neujahrs-Mittag: In der Krone Aarberg wimmelte es im Sääli von derartigem Klimbim und gab, im Falle der abgebildeten Ausgeburt an schlechtem Geschmack, erst noch ächzende Geräusche von sich gab. Im Hintergrund (rechtes Bilddrittel) das historische Gemäuer.


Nach der Tafelrunde spaltete ich mich vom Grüppchen ab und hielt Richtung Lyss. Ich zog die Begehung der rechten Seite der Alten Aare dem mir bereits vertrauten Abschnitt nach Nidau vor. Entgegen der Widmerschen Bedenken, den Autobahnlärm als Begleiter zu haben, beschritt ich eine winterstille Auenlandschaft. Ich gehe davon aus, dass die Strassenbauer auf der Höhe des Aarelaufs einen Flüsterbelag eingebaut haben. Kein Witz, das gibt's tatsächlich.

Eine Frage drängte sich mir heute geradezu auf. Ich wollte von meinem Schreibkollegen wissen, ob ihm der Widmergang im Hölloch etwas sage. Widmer verneinte, er habe damit nichts zu tun. Also werde ich am kommenden Samstag den Höhlenführer fragen, wenn ich im Expeditionsstil für zwei Tage in den Unterbau des Bödmerenwaldes absteige. Ob die dort auch WLAN haben? Und eine Toilette?

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