31. Dezember 2013

Vesuv Winterbesteigung

Gestern bestieg ich den Vesuv. Über den Nordgrat. Der Schnee lag 20 Zentimeter tief. Der Wind blies kaum bis schwach. Stahlblau der Himmel. Das Thuner Meer reflektierte die Sonnenstrahlen. Gegenüber die Pyramide des Niesens. Halblinks die Bernische Reha-Klinik von Heiligenschwendi. Am Fusse des vulkanesken Hügels der Weihnachtsweg. Sechs Szenen aus der biblischen Weihnachtsgeschichte, zu Fuss in ¾-Stunden zu bewältigen. Alte Leute blancierten über vereiste Strässchen. Der Flyer von Heiligenschwendi Tourismus wirbt mit der scheinheiligen Frage: Möchten Sie dem Kommerz und der Hektik der Vorweihnachtszeit entfliehen? Tja, wer will das nicht, liebe Touristiker aus Heiligenschwendi, die Sie doch gleichsam vom Weihnachtskommerz leben, wie das restliche Gros der Branche. Entschuldigung, aber sowas macht mich käsig.

Zurück zum Vesuv. So nennt sich tatsächlich eine kleine Erhebung beim Ortsteil Schwendi. Deren Besteigung ist ein Pappenstiel, obschon der Oberländer Vesuv lediglich 164 Meter weniger hoch ist als das Original bei Neapel. Der Panoramablick ist den kurzen Abstecher von der Hauptstrasse auf jeden Fall wert.

Der Vesuv-Nordgrat. Links das Biwak III, in der Bildmitte der Gipfel.

Eine Zweierseilschaft verlässt den Gipfel. Es wehen schwächelnd die Fahnen von Heiligenschwendi, Bern und der Schweiz.

Vesuv-Nordgrat von Nordosten betrachtet. Links der Gipfel, rechts das Biwak III.

Nach dem Gipfelerfolg – ich startete übrigens beim Ortsteil Heiligenschwendi Dörfli – stieg ich durch den Schwändigraben und das Gehöft Chrinden nach Oberhofen ab, wo ich nahe der Badeanstalt eine Rast hielt. Die Fortsetzung führte mich nach Hünibach und somit am Schloss Hünegg vorbei. Eine kontrastreiche Wanderung fürwahr.

Fertig für heuer.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen