13. November 2013

Billy und die fliegenden Bluthunde

Als ich mit Toni vergangenen August für die Zeitschrift Tierwelt im Tösstal auf Wanderreportage war, gelangten wir hinter Schmidrüti, nach einem Trinkhalt im altehrwürdigen Gasthaus Freihof, am Campus des UFO-Gurus Billy Meier vorbei. Wir rätselten über die seltsame Abkürzung F.I.G.U. und wunderten uns über allerhand exotisches Gehölz sowie skurrile Gestalten, welche einen terrassierten Garten bevölkerten. Um mich ein bisschen schlau zu machen, schnappte ich mir beim Zugang zum Meier'schen Reich ein paar Traktätchen. Auf der F.I.G.U.-Website holte ich mir zudem weitere Informationen und via Suchmaschine Zweit-, Dritt- und Viertmeinungen. Spannend, was sich alles an helvetischen Wanderrouten tummelt. Ein ufologisches Cape Canaveral – allerdings im umgekehrten Sinne – dürfte indes einmalig sein. Über den heute 76-jährigen Ufologen berichtete eben erst das Online-Portal der Zeitung 20 Minuten, weshalb ich an dieser Stelle gerne auf diese Besonderheit im Zürcher Hügelland hinweise, mit bestem Dank an Toni für den Tipp.

Hier scheiden sich nicht nur die Wege: Links geht es zum UFO-Meier, rechts nach Sitzberg.


A propos Cape Canaveral: Mit dem zur Gemeinde Turbenthal gehörenden Weiler Schmidrüti ist eine weitere Besonderheit verknüpft. Von 1968 bis 1999 betrieb die Schweizer Armee blosse 400 Meter von UFO-Meiers Hauptquartier und lediglich 200 Meter vom erwähnten Gasthaus Freihof entfernt eine damals streng geheime Flugabwehr-Raketenbasis. Auf der Fläche von 8,5 Hektaren waren 8 Lenkwaffenwerfer und 16 Lenkwaffen stationiert. Ein Tages-Anzeiger-Artikel vom 22. Juni 2011 sprach gar vom «Herzstück der Schweizer Luftraumverteidigung».

Während über 30 Jahren eine trügerische Idylle: 200 Meter vom Gasthaus Freihof in Schmidrüti entfernt, warteten 8 Lenkwaffenwerfer auf ihren Einsatz. Als streng gehütetes Geheimnis der Schweizer Armee und der Schmidrütener Einwohner.

Ob in Schmidrüti die sogenannten Bloodhound-Raketen jemals abgefeuert wurden, ist mir nicht bekannt. Ich hoffe es zumindest nicht, denn die nach einer belgischen Jagdhunderasse benannte Waffe hätte nicht nur einen ohrenbetäubenden Lärm verursacht, sondern Herrn Meiers UFOs brutal den Garaus gemacht:

Der Antrieb der Lenkwaffe basierte auf einer Kombination von Feststoffmotor, bestehend aus vier Feststoffboostern, und zwei Staustrahlmarschtriebwerken. Die Feststoffbooster beschleunigten die Lenkwaffe innerhalb von 4,5 Sekunden auf eine Geschwindigkeit von Mach 2. Nach vier bis acht Sekunden wurden die Booster abgeworfen und die beiden Staustrahlmarschtriebwerke gezündet. Die Marschtriebwerke beschleunigten nun die Lenkwaffe auf rund Mach 2,6. Die maximale Einsatzreichweite lag bei über 160 km. Die Lenkwaffe konnte in einem Höhenbereich von 300 bis 24 500 m eingesetzt werden. (Quelle: Wikipedia)


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