1. Januar 2021

Mein Wander- und Verlegerjahr

Alle Wanderrouten 2020. Auf das Bild klicken und die Karte zu vergrössern.

Der Wanderer

Das war es nun also: Zwei null zwei null. 366 Tage, mehr als 300 davon im Pandemiemodus. Dabei hatte im Januar alles ganz normal begonnen. Ich machte mich an die Begehung der letzten Gemeinden in der Waadt, stapfte im Appenzell Innerrhodischen durch jungfräulichen Schnee und plante die Fortsetzung meiner Fernwanderung, die im September von Forbach im Schwarzwald nach Heidelberg hätte führen sollen. Hätte sollen, denn es kam bekanntlicherweise anders. 

Als sich Mitte März die Schweiz in den Lockdown begab, schränkte ich meinen Wanderradius ziemlich ein, nicht aber die Wandertätigkeit. Konkret hiess dies: Wanderungen von zu Hause aus, weniger lange Fahrten im öffentlichen Verkehr. Die Übersicht meiner Wanderrouten verdeutlicht dies auf eindrückliche Weise. Die meisten meiner Wanderungen führte ich im Kanton Bern aus. Dennoch war und bin ich der Überzeugung, dass das Wandern in Zeiten von COVID-19 die beste Möglichkeit ist, Körper und Geist vom omnipräsenten Thema «Corona» eine Ruhe zu gönnen und sich so aktiv zu erholen.

Bis Ende Jahr kamen 86 Wanderungen zusammen. Die zurückgelegte Gesamtdistanz betrug 1178,8 km, was einem Schnitt von 13,7 km entspricht. Insgesamt 16 Mal übernachtete ich im Zelt, wobei ich am 19. Dezember zum ersten Mal im Kanton Zug biwakierte. Ich erwähne dies, da ich mir zum Ziel gesetzt habe, in jedem Kanton/Halbkanton der Schweiz mindestens einmal campiert zu haben. Aktuell fehlen mir noch folgende Stände: Basel Stadt, Nidwalden, Zürich.

Und wenn wir schon bei den Projekten sind: Vom 4. bis 10. September wanderte ich von Lunschania bei Vals nach Celerina bei St. Moritz. Hierbei durchstreifte ich im Rahmen meines Gemeindebegehungsprojektes drei von vier noch verbleibenden Gemeinden. Von den insgesamt 2395 Kommunen (Stand 31.12.2012) bleibt nun nur noch jene von Brusio übrig, die ich 2021 abzuschreiten gedenke. Die oben erwähnte Tour durchs halbe Bündnerland zählte denn auch zu den Glanzlichtern in diesem sonderbaren 2020.

Selbstverständlich habe ich weitere meiner Projekte verfolgt, so unter anderem die Besteigung von Aussichtstürmen oder das Begehen sämtlicher offizieller Wanderwege im Kanton Bern. Ein besonderes Augenmerk galt bei der Planung stets meinem Wandernetzwerk, das ich Schritt für Schritt zu vervollständigen gedenke. Und damit mir die Wanderideen nicht ausgehen, starte ich ab 1. Januar 2021 ein neues Projekt. Mehr dazu demnächst in diesem Blog!

Der Verleger

Mit Hannibal erschien im Februar die wunderbare Reisebeschreibung von Eleonore Seidelbaum, die mit ihrem Partner und dem Esel «Hannibal» zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch die Pyrenäen wanderte. Im November konnte ich dann Bruno Petrinis 11670 Kilometer veröffentlichen. Auf das gedruckte Tagebuch von Weitwanderer Petrini bin ich besonders stolz, da mir bislang noch kein Mensch begegnet ist, der sich zu Fuss derart oft und weit durch Mittel- und Südeuropa bewegt hat. Ausgerechnet im Erscheinungsjahr des Buches blieb Bruno Petrini die 13. Fernwanderung wegen COVID-19 versagt. Ich hoffe sehr, dass er sein Vorhaben im anstehenden Jahr umsetzen kann.

Für 2021 ist die Publikation weiterer Reise- und Expeditionsberichte geplant. Bereits Anfang Januar erscheint das Tagebuch einer Reise durch die Schweiz von Sophie von La Roche. Auch dies ein Leckerbissen für Leute, die an historischen Themen interessiert sind.

Soviel zu Zwei null, zwei null. Wir alle hoffen auf ein besseres 2021, und falls sich das Jahr erneut schlimm gebärden sollte: Ein Trost bleibt uns – es zählt einen Tag weniger als 2020! In diesem Sinne wünsche ich alles Gute ... und ... geht wandern!

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