4. Januar 2021

Die Wanderspirale


Am 1. Januar 2021, um 08.00 Uhr nahm ich sie beim Zytglogge-Turm in Bern in Angriff: die Wanderspirale. In konzentrischer Laufbahn lasse ich mich im Uhrzeigersinn auf einer Route von insgesamt 817 Kilometern vom Zentrum Berns nach Burgistein, meinem Wohnort, katapultieren. Gemäss meiner digitalen Karte werde ich hierfür 223½ Wanderstunden benötigen und dabei rund 23.000 Meter im Auf- und Abstieg zu bewältigen haben. Nicht übel, wenn man bedenkt, dass die Luftlinie zwischen Zytglogge und Burgistein schlappe 17,5 Kilometer misst.

Wanderspirale Etappe 1: Bern Zytglogge – Ostermundigen Hubel
Dass sich mein Vorhaben indes lohnen wird, hat mir die erste Etappe von 18,5 km Länge bereits bewiesen. Die Route vom Zytglogge nach Ostermundigen führte bei 5–10 cm frisch gefallenem Nassschnee nicht nur drei Mal über die Aare, sondern auch durch beschauliche Wohnquartiere, brachiale Industriezonen, mondäne und zum Teil schwer bewachte Botschaftsviertel, an den Stadien des BSC Young Boys und des Schlittschuhclubs Bern vorbei, über Autobahnen hinweg und unter Autobahnen hindurch. Ich geriet am Unigebäude und am Paul-Klee-Zentrum vorbei, durchmass das weitläufige Gelände der psychiatrischen Klinik Waldau, folgte dem Rand des Dählhölzliwaldes, fotografierte unweit der chinesischen Botschaft friedlich weidende Schafe, nahm im Garten eines auf Bidonville getrimmten, derzeit aber geschlossenen Restaurants das mitgeführte Mittagessen ein, wünschte den wenigen Passanten ein gutes neues Jahr, machte auf einer Sitzbank mit der mit Abstand höchsten Rückenlehne, die mir je begegnet ist, eine Pause. Und so weiter und so fort.

Noch Fragen?

Das Mega-Bänkli an der Ecke Jolimontstrasse/Kasthoferstrasse
in der Nähe des Ostrings.


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