9. November 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 100

Mit zwei kräftigen deutschen Walliser Führern ging nun die Reise auf dem langen, blendenden Schneefeld weiter abwärts, indem wir mit jedem Schritt fast bis an die Knie und zuweilen bis an die Hüften in den Schnee eintraten, was sehr ermüdend war. In einer Stunde, von der Höhe des Passes an, erreichten wir ein mitten aus dem Gletscher wie eine Insel hervorragendes Felsenriff mit Hornblende und Strahlstein bedeckt, bei dem ich, wenn es möglich gewesen wäre, gerne länger verweilt hätte, um seltenere Mineralien zu sammeln, deren verwitterte Überreste sich in mannigfachen Verschiedenheiten auf der Oberfläche fanden. Kälte und Nässe, von denen wir durchdrungen waren, trieben uns aber dem Ende des Gletschers zuzueilen, welches von dem Felsenriff an in einer halben Stunde erreicht war. Auf dieser letzten Wegstrecke zeigten uns die Führer im Vorbeigehen einen links ganz nahe liegenden offenen Gletscherspalt, der vor kurzer Zeit noch mit Schnee bedeckt gewesen war, und worin erst vor zwei Wochen durch die Gewissenlosigkeit zweier Führer aus St-Jacques d'Ayas, ein vornehmer piemontesischer Edelmann, als Flüchtling wegen politischer Verfolgung, nachdem er glücklich bis hierher gekommen war, so nahe am Ende des Gletschers noch sein Leben einbüssen musste.
Fortsetzung folgt

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