6. November 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 97

Ungeachtet unseres hohen Standpunktes konnten wir von den Schweizergebirgen nördlich dem Rhonetal nicht viel sehen, einige wenige Felshörner ausgenommen, die sich, wahrscheinlich aus dem Lötschental, erhoben; denn östlich standen vor unserem Gesichtskreis die hohen und spitzen, in einer ziemlich langen Kette nordöstlich vom Monterosa auslaufenden Hörner, welche zwischen den beiden Tälern von Zermatt und Saas sich erheben. Vom Matterhorn aus zog sich, unseren Gesichtskreis gegen die Schweiz hemmend, von West nach Ost eine Kette hoher, vergletscherter Gebirge, die das Zermattertal von seinem westlich gelegenen Nebental, dem Turtmanntal, trennen. In dieser letzteren Gebirgskette zeichnet sich besonders eine hohe und scharfe, beschneite Spitze aus, die, späteren Erkundigungen zufolge, dass Weisshorn ist, von dessen steilen Gletscherabhängen herab, das Dorf Randa im Niklaustal, zwei Jahre früher durch einen Gletschersturz[1] so sehr beschädigt worden ist. Die anstehende Felsart auf der Höhe dieses Passes ist Gneis mit viel Hornblende, so dass er in Hornblendeschiefer übergeht; alles in flach, nordwestlich eingesenkter Schichtung.

Fortsetzung folgt

[1] Am 27.12.1819 lösten sich vom Bisgletscher 13 Mio m³ Eis und Schnee, die bis ins Tal hinabstürzten und deren Druckwelle in Randa 113 Gebäude zerstörte und 2 Menschen tötete.

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