23. November 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 114

Das ganze, vier Stunden lange Tal von Zermatt bis St. Niklaus ist ziemlich eng, so dass die weitesten Stellen des Talgrundes keine Viertelstunde breit sind. Diese Beschaffenheit, die ganz mit der Bildung der Täler durch Auswaschungen in Verbindung steht, rührt daher, weil sich in dieser ganzen Strecke kein beträchtliches Seitental gegen den Talgrund herabzieht. Man kann, und dies gibt vielen Aufschluss über die Talbildungen, als Grundsatz aufstellen, dass jedes gerade verlaufende Gebirgstal, in welches sich kein Nebental ausmündet, und dessen beide Flanken mit starker Vegetation, also mit Waldungen, bekleidet sind, auch gleichförmig eng und tief eingeschnitten ist; dass hingegen allemal der Mündung eines Talzweiges gegenüber eine, im Verhältnis zu der Grösse dieses letzteren stehende Erweiterung des Talgrundes sich zeigen wird. Auch werden die Talhänge zurückweichen und der Talgrund sich erweitern und verflachen, wo erstere seit Langem her nur mit schwacher Vegetation, z.B. Rasen oder noch mehr, wo sie gar nicht bedeckt sind, sondern ganz nackt und kahl den Einflüssen der wegfressenden Verwitterung blossgestellt liegen.
Fortsetzung folgt

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