20. November 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 111

In einer Stunde kommt man durch das kleine Dörfchen Tesch (Täsch), und von da in einer kleinen Stunde nach Randa, auf einer anmutigen, grünen Erweiterung und Erhöhung des Talgrundes gelegen. Hier war es, wo 1820[1] um Weihnachten vom gegenüberliegenden, steilen Gebirgsabhang herunter eine Gletschermasse stürzte, welche ungeachtet des dazwischenliegenden breiten Talgrundes und der erhöhten Lage des Dorfes, dennoch zwanzig Häuser desselben zu Grunde richtete, teils durch den verursachten, gewaltigen Luftdruck, teils aber auch durch wirkliche Verschüttung von hinübergeschleuderten Eis- und Felsmassen. Die Ursache zu diesem Sturz bestand wahrscheinlich darin, dass vom äusserst hoch und steil gegenüberliegenden Gletscher des Weisshorns ein Teil seiner felsigen Unterlage sich losriss und mitsamt der darauf ruhenden Eismasse plötzlich ins Tal herabstürzte. Nach den Aussagen mehrerer, über diese Begebenheit befragten Augenzeugen soll, vom Dorf aus betrachtet, die Stelle am Gletscher, welche diese für das Tal so verderbliche Masse herab geschleudert hat, für das Auge nur kaum bemerkbar gewesen sein. Daraus kann man sich einen Begriff machen von der unglaublichen Höhe dieser drohenden Fels- und Eistürme.

[1] Hier irrt der Autor, der Gletscherabbruch fand am 27.12.1819 statt und zerstörte 113 Gebäude und tötete 2 Menschen.
Fortsetzung folgt

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