6. September 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 37

Höchst selten aber übersteigt von hier aus ein Reisender, wenn er auch aus Italien nach der Schweiz reisen will, den Montemoropass, sondern alle kehren durch das Anzascatal wieder zurück und machen so einen Umweg von mehreren Tagen über den Simplon, oder einen anderen, bequemeren Alpenpass, nur aus übertriebener Furcht vor den Schwierigkeiten des Moropasses. Und doch bietet dieser Pass, bei günstiger Jahreszeit und Witterung, gar keine besonderen Schwierigkeiten, insofern man nur mit einem kundigen und zuverlässigen Führer versehen ist. Ein solcher freilich ist unentbehrlich notwendig und mag dagegen allerdings in Macugnaga noch viel schwieriger als in Saas zu erhalten sein. Denn bei so selten gebrauchten hohen Gebirgspässen tragen die nächsten Anwohner auf der Südseite ungleich mehr Bedenken und sehen sich weit seltener genötigt, in Geschäften der raueren Nordseite einen Besuch zu machen, als dies umgekehrt der Fall ist. Überhaupt aber verdient dieser Alpenpass als einer der merkwürdigsten und höchsten, der aus der Schweiz nach Italien führt, weit mehr gekannt und besucht zu werden, als es wirklich geschieht; und wenn diese flüchtige und nur unvollständige Beschreibung desselben den einen oder anderen Alpenwanderer dahin leiten sollte, so darf ich mich im Voraus freuen, dass das Angeführte nicht nur bestätigt, sondern mit vielen Zusätzen auch bereichert werden wird. In den unteren Teilen des Anzascatals, die ich leider nicht Zeit hatte zu besuchen, sollen viele Goldbergwerke betrieben werden, welche zwar jetzt nicht mehr so reiche Ausbeute liefern, wie in früheren Zeiten.
Fortsetzung folgt

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