4. September 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 35

Auf diesem sehr hohen Standpunkt war uns die Höhe des Monterosa weniger auffallend als seine gewaltige Masse. Beim Hinabsteigen aber, nach dem viertausend Fuss tiefer liegenden Dorf Macugnaga, wurde mit jedem Schritt auch die Höhe dieses Kolosses auffallender. Doch ehe wir uns von der Höhe dieses Passes trennen, ist noch zu bemerken, dass der Montemoro selbst keine beträchtlich über den Pass sich erhebende Spitze oder Kuppe bildet und auch in der weiteren, östlichen Fortsetzung dieses Gebirgsrückens ist nur eine einzige beträchtliche, in mehrstündiger Entfernung hervorragende Gebirgsspitze bemerkbar, welche vielleicht das Fletschhorn in der Nähe des Simplon sein könnte. Dagegen zieht sich, vom Rosa aus nördlich nach dem Wallis hin, eine sehr hohe, scharf ausgezackte, vergletscherte Gebirgskette, aus welcher die an Höhe dem Rosa selbst wenig nachstehenden Spitzen des Rothorns und der Mischabelhörner sich besonders hervorheben. Dieser hohe Grat scheidet die oberen Teile der Täler von Saas und Zermatt. Auf der Südseite des Rosa bemerkt man viele, strahlenförmig von ihm auslaufende Gebirgsgräte, die jedoch bei weitem nicht so hoch sind, wie der erwähnte einzige nach Norden auslaufende Grat. In blauer Ferne endlich lagen südlich vor unseren Blicken ausgedehnt die Ebenen der Lombardei, auf welchen aber mit einem kleinen Fernrohr die einzelnen Gegenstände nicht zu erkennen waren.
Fortsetzung folgt

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