3. September 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 34

Vom Tälliboden bis auf die Höhe des Passes hat man noch eine Stunde lang über kahle Felsen und Schnee zu steigen; je mehr man aber dem Rücken des Gebirges sich nähert, desto flacher wird die nördliche Schichtensenkung des granitartigen Gneises, wodurch das Hinansteigen auf den südöstlich zu Tage ausstreichenden Schichtenköpfen um vieles erleichtert wird. Auf der immer mit Schnee bedeckten, ungefähr neuntausend Fuss betragenden Höhe des Passes, oder der Grenze zwischen Wallis und Piemont, wurden wir gegen Westen plötzlich durch die herrlichste Ansicht der Südseite des ganz nahen Monterosa überrascht, dessen Höhen bis dahin durch Vorberge unseren Blicken entzogen worden waren. Von hier aus zeigt sich derselbe als eine kolossale, von West nach Ost sich ausdehnende Fels- und Schneemasse, auf deren breitem Rücken vier, an Höhe ziemlich gleiche Spitzen sich auszeichnen und an deren steil abgerissener Südseite, erst mehrere Tausend Fuss unter der Höhe, sich fünf bis sechs Gletscher bilden, welche breiten erstarrten Strömen gleich, herabhängen und in die, durch Vorberge unserem Blick entzogenen Hintergründe der anstossenden Täler sich verlieren.
Fortsetzung folgt

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