31. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 31

Erst nachdem wir eine Viertelstunde weit dem Gletscherrand nachgegangen waren, erschien wieder, mehrere hundert Fuss tief rechts zu unseren Füssen, die Fortsetzung des Talgrundes. Sie bestand in einem nicht unbeträchtlichen See, dem sogenannten Saasersee, dessen Gewässer unter einem Eisgewölbe hindurch ihren Abfluss haben. Aber nicht sein ganzes, wohl eine halbe Stunde langes und eine Viertelstunde breites Becken ist mit Wasser angefüllt, sondern nur die untere Hälfte desselben. Die obere Hälfte dagegen liegt voll weisslich grauem Sand- und Steingeröll, welches teils von den nahen, kahlen Anhöhen hergeschwemmt, teils vom Gletschereis hergetragen ist, und wovon höchstwahrscheinlich mit der Zeit das ganze Seebecken wird angefüllt werden. Die obere Einfassung dieses Seebeckens wird wie die untere, von einem Gletscherarm gebildet, der aber jetzt gerade bedeutend im Abnehmen begriffen war und sich an die linke Talseite zurückzog. Ganz unrichtig ist in allen Landkarten der Weg neben diesem See vorbei auf der Westseite desselben hinführend verzeichnet, wo doch wegen der gewaltigen Gletscherarme, die auf dieser Seite bis in den Grund des Tals herabstarren, niemals ein Weg möglich gewesen wäre; während hingegen auf der Ostseite des Sees, bis weit über die Distelalp hinaus, kein Gletscher dem Tal sich nähert. Die anstehende Gebirgsart östlich neben dem Saasersee ist nördlich ein gesenkter Gneis mit Granaten; es liegen aber auch grosse Massen von Serpentin herum, die wahrscheinlich mächtige Lager im Gneis oder auch eine besondere Auflagerung auf demselben bilden.
Fortsetzung folgt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen