29. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 29

Aus dem Hintergrund dieses Tals führen mehrere hohe Gebirgspässe nach verschiedenen Seiten. Von Saas aus geht man, über den rechtsseitigen Talhang hin ansteigend, nach dem Hospiz am Simplon. Neben dem Montemoro, auf der östlichen Seite, vorbei führt, über einen ungefährlichen Gletscher, ein Pass[1] nach dem Antronatal und durch dieses nach Domodossola. Durch das früher erwähnte Feetal soll ein Pass über sehr hohe Fels- und Eisgräte nach Zermatt hinüber führen, der aber nicht mehr gebraucht wird, weil es mit weniger Mühe und Gefahr verbunden ist, durch das Saastal hinab und das Niklaustal hinauf, nach Zermatt zu kommen. An den ziemlich neugierigen Bewohnern von Saas war uns auffallend, dass sie uns durchaus nicht für Schweizer, sondern für Handelsleute aus Gressoney, einem jenseits des Monterosa liegenden Dorf im Piemont, halten wollten, da wir mit diesen Handelsleuten, ihrer Versicherung nach, in Sprache, Kleidung und feinen Manieren, grosse Ähnlichkeit haben. Wir sprachen nämlich meistens gut Deutsch untereinander; und da aus Gressoney, wo man noch Deutsch spricht, wirklich einige Handelsleute in Deutschen Städten angesiedelt sind, die jährlich ihre Heimat, durch dieses oder das Zermatttal gehend besuchen, so lässt sich der Schluss dieser guten Leute leicht erklären.

[1] Antronapass oder Passo di Saas (2837 m). Vom Furggengletscher, den man damals noch zu traversieren hatte, ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts praktisch nichts mehr vorhanden.
Fortsetzung folgt

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