15. Februar 2015

Lucs Trauer

Heute war es wieder einmal soweit: Der Schafhirte weilte mit seinen 600 Tieren auf Burgisteiner Territorium. Endlich war ich tagsüber zu Hause, als ich die imposante Herde vom Mittagstisch aus entdeckte. Selbst das Licht passte perfekt für das von mir schon lange herbeigesehnte Treffen mit den nach Gras scharrenden Wollknäueln. Als ich nach meiner Fotorunde an den Ausgangspunkt zurück kam, fehlte der Hirte. Stattdessen stiess ich auf vier Kinder mit Hirtenhund. Bereitwillig gaben sie mir Auskunft. Der Hirte sei sein Auto holen gegangen und nun würden sie halt auf die Schafe aufpassen, bis er wieder da sei. Wie denn der Hund heisse, wollte ich wissen. «Luc heisst er, aber er ist traurig.» – «Weshalb denn?» – «Weil er ohne Hirte ist. Der andere Hund heisst übrigens Vento und ist sechs Jahre alt. Luc ist erst eins und hat heute Geburtstag. Möchten Sie das Leitschaf streicheln?» Und ob ich wollte! Wir gingen zu einem mächtigen Tier hin, das sich, im Gegensatz zu den restlichen 599 Artgenossen, tatsächlich streicheln liess. Als einziges Schaf trug es ein Glöckchen und beeindruckte mich mit seinem dichten Wollkleid.

Hirtenhund Luc blickt traurig in die Richtung, in die sein Herrchen zu Fuss verschwunden ist.


Ja, manchmal findet das Spektakel unmittelbar vor der Haustüre statt. Gerne lasse ich meine Leserinnen und Leser an den optischen Eindrücken teilhaben. Die Bildstrecke finden Sie hier.

1 Kommentar:

  1. vielen Dank für die wunderschönen Fotos von der Schafherde - jede einzelne Foto ist einfach schön.E guete Tag und es Grüessli.Ursula

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