2. Januar 2013

Ich war ein Häftlimacher

Im Beitrag vom 26. Dezember schrieb ich über eine aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführte Wanderung. Nun, vergangenen Montag holte ich Biel-Büren an der Aare nach. Hierbei folgte ich bis Meienried der orografisch linken Seite des Nidau-Büren-Kanals, einem Produkt der Juragewässerkorrektionen. Der zweite Abschnitt galt dem Lauf der alten Aare. Dieser umfliesst das sogenannte Häftli, dessen Name sich in der Schlaufenform begründet. Der Lauf der mäandernden alten Aare gleicht einem «Häftlig», also einer Öse. Ösen und Häkchen wurden verwendet, um ein Gewand unauffällliger als mit den groben Knöpfen zu verschliessen.

Entgegen der landläufigen Meinung, am Jurasüdfuss herrsche winters monatelange Hochnebelstarre, fand ich ein durchwegs besonntes Ambiente vor. Blöd nur, dass nach dem Burn-out des Kamera-Akkus auch der Reserve-Akku ausgebrannt war. Dies musste vermutlich aus statistischen Gründen so sein, denn einmal pro Jahr widerfährt mir dieser Lapsus. 2012 fehlte er bislang, doch am letzten Tag des Jahres schlug er unerbittlich zu. Also durfte mein iPhone in die Bresche springen. Die Bilder gibts am 4. Januar in diesem Blog.

Zurück zu den Juragewässerkorrektionen, den eigentlichen Auslösern dieser Wanderung. Nachfolgend drei Karten, welche die Situation zwischen Nidau und Büren vor und nach den Landschaftseingriffen dokumentieren.

Dufourkarte 1:100'000 um 1850. Die Zihl mäanderte vor der Korrektion von Nidau nach Meienried, wo sie sich mit der von Aarberg her kommenden Aare vereinigte. Von Meienried bis Büren führte die Aare in weiten Bögen durch die Ebene, dem sogenannten Häftli.

Die Situation nach den zwei Korrektionen zeigt ein völlig anderes Bild: Die Zihl ist in den Nidau-Büren-Kanal gezwängt worden, das Häftli wird vom Kanal durchbrochen. Die alte Aare zwischen Aarberg und Büren ist zum schmalen Bach geworden, weil bei Aarberg das Wasser via Hagneck-Kanal zum Grossteil in den Bielersee abgeleitet wird. Bemerkenswert auch die Siedlungsentwicklung. Zwischen der Karte ganz oben und dieser Ansicht, liegen nur 150 Jahre!
 
Zum direkten Vergleich sind beide Karten oben übereinandergelegt worden. Deutlich zu erkennen ist die Umgestaltung des Zihl- bzw. Aarelaufs.

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